Die Erkenntnis...

Bisher hatte ich ja noch nicht wirklich die Zeit, hier mal was zu schreiben. Aber jetzt habe ich gerade mal ein paar Minuten Zeit. Und die ganze Zeit habe ich schon immer gedacht, was ich wohl schreiben soll, womit ich wohl anfangen soll... und nun? Hirnleere... Mal wieder so typisch für mich. Wobei, eigentlich liegt das im Augenblick nur daran, weil so unsagbar viel gleichzeitig passiert.
Ich hab ja schon erwähnt, dass sich mein Leben in den letzten Monaten wirklich vollkommen geändert hat.  Bis Anfang des Jahres lebte ich noch mit meinen Jungs bei Dormagen, hatte seit 6 Jahren eine Beziehung mit einem Mann, über den ich mich jetzt nicht näher auslassen möchte. Nicht, weil er so besonders grässlich war, es hat einfach nicht zwischen uns gepasst. Gewusst habe ich das schon lange, aber anstatt schon vorher auf mein Bauchgefühl zu hören, habe ich meinen Kindern zuliebe dieses Leben weiter geführt... ein fataler Fehler, der im Endeffekt keinem von uns gut getan hat.
Also war der Entschluss gekommen, wir ziehen aus (mit ‚wir‘ meine ich natürlich meine Söhne und mich samt unserer Hündin Kira). Nur geht das ja nicht von heute auf morgen, denn kostengünstige  Wohnungen sind in Köln und Umgebung eher Mangelware und wir hatten es jetzt auch nicht sooo eilig, so dass wir uns eben ausreichend Zeit lassen wollten, bis alles so passte, wie wir uns das wünschten.
Aber wie ist es doch so oft? Meistens kommt es im Leben anders als gedacht.
Zufällig kam ich durch meine Freundin auf die wer-kennt-wen Seite im Netz. Wer die nicht kennt, schaut sie euch mal an, sehr schöne Seite, auf der man alte Bekanntschaften und überhaupt Menschen suchen kann.
Neugierig überlegte ich, wen ich denn wohl suchen könnte und gab dort den Namen meiner ersten großen Liebe ein. Und tadaaa.... er war dort wirklich gemeldet.  Kurzerhand und ohne mir wirklich bewusst etwas dabei zu denken, habe ich ihn angeschrieben.
Sofort haben wir uns wieder blendend verstanden. Zwar tauschten wir gegenseitig aus, wie unser Leben so verlaufen war, immerhin waren 18 Jahre vergangen, aber wir hatten beide nicht das Gefühl, irgendwie fremd zu sein. Schließlich telefonierten wir und weil das so schön war, beschlossen wir uns auf einen Kaffee zu treffen.

Ich weiß, es hört sich kitschig an wenn ich das jetzt sage... aber als ich Guido vor 20 Jahren das erste Mal sah, war es Liebe auf den ersten Blick. Ich habe damals, obwohl ich erst 16 Jahre alt war, zu meiner Freundin gesagt, dass er der Mann ist, den ich einmal heiraten werde. Naja hat damals nicht wirklich funktioniert, aber es war wirklich Gewissheit, die ich damals hatte und ich habe später nie wieder für einen Mann in dieser Art empfunden wie für ihn. Früher sagte ich mir, das sei weil es die erste Liebe gewesen ist und so. Ich war überzeugt, dass die eben immer etwas besonderes ist, dass man deswegen immer wieder daran denkt, sie in rosaroten Farben ausmalt und eben so empfindet wie ich es getan habe. Heute bin ich mir nicht mehr sicher, ob das wirklich so ist, denn als ich zur vereinbarten Zeit zum Kaffee bei ihm aufschlug und die Treppe im Haus hochkam... ihn dann in der Türe stehen sah, überrollten mich schlagartig und vollkommen ungeahnt und vor allem absolut ungewollt die gleichen Gefühle wie vor 20 Jahren.
Wow, ich habe mich sofort in seinen strahlenden Augen verloren und es war wirklich so, als hätte ich einen Zeitsprung in die Vergangenheit gemacht.
Was soll ich sagen? Es kam so wie es kommen musste... und beide konnten wir es zunächst nicht eingestehen, wahr haben wollten wir das schon gar nicht, geschweige denn zulassen.
Hallo? Das böse Wort mit ‚L‘ was sich Liebe nennt... nie wieder wollte ich das aussprechen, nie wieder wollte ich einen Menschen so nahe an mich heran lassen, denn führt so etwas nicht immer unweigerlich zu Leid und Kummer?
Ich hatte bisher ein sehr bewegtes Leben, nicht wirklich leicht und schon gar nicht eines, was man anderen wünscht... aber da will ich gar nicht näher drauf eingehen. Nur soviel, dass ich mir fest vorgenommen hatte, ein Leben ohne Partner zu führen und sollte ‚es‘ mich doch mal überkommen... ja dann bitte aber nur am Wochenende. In der Woche wollte ich mein eigenes Leben führen, zusammen mit meinen Söhnen, frei und ohne das jemand irgendetwas einschneidendes tun könnte, was uns betrifft. Und Guido hatte in etwa die selben Vorstellungen von seinem zukünftigen Leben wie ich...
Naja irgendwie ist es dann aber anders gekommen. Gott sei Dank kann ich da nur sagen. Mein Leben hat sich sowas von gewandelt, ich erkenne es wirklich nicht mehr wieder. Zwischendurch ist es hektisch und anstrengend, aber ich war seit 18 Jahren nicht mehr so glücklich wie jetzt und gleichzeitig ist da die Erkenntnis, dass das, was im Augenblick geschieht, wie sich alles entwickelt hat genau DAS ist, was ich mir immer gewünscht habe.
Jetzt sind wir eine nicht wirklich kleine Patchworkfamilie, die chaotischer und verrückter nicht sein könnte. Und über uns werde ich hier schreiben. Die kleinen und großen Katastrophen, das Chaos, das Glück, die Liebe, die Leidenschaft mit der wir leben....
Ihr werdet sicher bald erkennen, was ich meine ;-)

19.9.09 19:11

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